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Belichtungssteuerung bei Blitz

Photograph Roland Sulzer


Belichtungssteuerung bei Blitz

Messung

Unsere Kameras können, anders als vorhandenes Licht, Blitzlicht im Allgemeinen nicht messen. Hierfür nutzt man am besten einen Handbelichtungsmesser oder man probiert einfach mit Hilfe des Displays der Kamera.
Es gibt allerdings Blitze, z.B. die Systemblitze der Hersteller oder andere kompatible Geräte, die eine entsprechende Messung ermöglichen. Sei es nun Auto oder TTL, am Blitz selbst oder direkt in der Kamera wird das Blitzlicht gemessen (bei TTL ist es eigentlich ein Vorblitz).

Unabhängig vom Ermitteln der korrekten Belichtung gibt es zwei Szenarien bei der Fotografie mit Blitz.

Dunkle Höhle

Beim ersten Szenario sind wir in einer dunklen Höhle ohne Licht, also in einem Fotostudio. Ich belichte, sodass ich mit der eingestellten Belichtung mindestens mehr als drei Blenden unter dem vorhandenen Licht bin.
Der Belichtungsmesser in der Kamera, der ja das vorhandene Licht misst, schlägt über seine Skala hinaus nach Minus aus. Ein guter Test ist es auch, mit den gewünschten Einstellungen einfach ein Foto ohne Blitz zu machen. Wenn das komplett schwarz ist, dann befinden wir uns ausreichend in der Unterbelichtung.

Ich könnte daher beliebig lang belichten, sagen wir 5 Sekunden. Einen Ball, den ich vor der Kamera fallen lasse und so mit Blitz fotografiere könnte ich dabei komplett scharf wiedergeben.
Denn in diesem Fall belichtet nur der Blitz und das Umgebungslicht spielt keine Rolle, da es für den Sensor gar nicht vorhanden ist. Die Abbrennzeit des Blitzes ist extrem kurz, sagen wir 1/1000 Sekunde und die Bewegung des Balles und unsere eigenen Verwacklung findet in dieser kurzen Zeit eben nicht ausreichend statt, dass sie sichtbar wäre.

Das heißt aber auch, dass für die Steuerung unserer (reinen) Blitzbelichtung die Belichtungszeit keine Rolle spielt. Natürlich ist bei Schlitzverschlüssen die maximale Syncronzeit zu beachten. D.h. ich steuere die Belichtung über die Leistung des abgegebenen Blitzes, die Blende und die Empfindlichkeit.

Blitz mit vorhandenem Licht kombinieren

Wenn wir jetzt aus unserer dunklen Höhle einen festlich beleuchteten Saal machen, wird das ganze technisch interessant. Ich belichte so, dass mein Motiv und der Hintergrund schon vom Umgebungslicht einigermaßen belichtet wird. D.h. bei der Skala meines Belichtungsmessers in der Kamera ist der Ausschlag sichtbar und daher innerhalb von drei Blenden zur korrekten Belichtung. Ein Foto ohne Blitz würde schon ein sichtbares, ev. unterbelichtetes Bild ergeben.

Man kann sich vorstellen, dass hier zwei Belichtungen auf den Sensor wirken. Die eine ist der Blitz mit seiner 1/1000 Sekunde ohne Bewegungsunschärfe oder Verwacklung zu ermöglichen.
Die zweite Belichtung ist das Umgebungslicht die über ihre gesamte Dauer den Sensor belichtet und wie das bei Fotografie mit vorhandenem Licht so ist, zu Verwacklung und Bewegungsunschärfe führen kann.

Wir müssen daher mit der Belichtungszeit so verfahren, als würden wir mit dem vorhandenen Licht ohne Blitz fotografieren. Die Faustregel dabei lautet, dass unsere Belichtungszeit mindestens so kurz sein soll, wie unsere Brennweite lang. Details hierzu findet ihr im entsprechenden Artikel über die Belichtungssteuerung bei vorhandenem Licht.

Das Verhältnis zwischen vorhandenem Licht und Blitzlicht steuere ich einerseits über die Leistung des Blitzes. Kameraseitig andererseits kann ich beide Lichtquellen durch Blende und Empfindlichkeit gleichermaßen steuern, die Belichtungszeit betrifft jedoch (in den Grenzen der Syncronisation) das vorhandene Licht.




Roland Sulzer Fotografie GmbH Zeisigstraße 59/9, 5023 Salzburg


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