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Gute Komposition



Gute Komposition


Eingangs scheint es mir vorteilhaft, die Überlegung anzustellen, wie wir fotografisches Können einteilen wollen. Sinnvoll, weil zum Erlenen in dieser Reihenfolge zweckmäßig, empfinde ich die folgende Einteilung. Sie lässt sich bei jedem einzelnen Foto nachverfolgen und führt eben zu einer mäßigen, einer guten oder einer großartigen Aufnahme.
Die Anwendung dieses Könnens gelingt auch ein und demselben Fotografen nicht immer gleich gut. Bin ich durch die Entwicklung einer Situation, die ich fotografiere, stark unter Zeitdruck, falle ich zum Beispiel eher auf die niedrigere Ebene des Point & Shoot zurück, als wenn ich Zeit habe alles vorzubereiten und dann auf den perfekten Moment zu warten.

1. Point & Shoot

1. LKM

3. Etwas Besonderes

1. Point & Shoot

Auf dieser Stufe der Fotografie zeigen wir mit unserer Kamera auf den Gegenstand und drücken ab. Im Vordergrund steht die technisch korrekte Einstellung unserer Kamera. D.h. Schärfe, Zeit, Blende, etc. sind so gewählt, dass der Gegenstand korrekt abgebildet wird.

2. LKM

Was ist denn dieses LKM oder KLM oder auch MKL? Licht, Komposition und Moment. Auf diese drei Faktoren konzentrieren wir uns bei der nächsten Stufe der Fotografie. Die Reihenfolge wechselt eben danach, was bei der konkreten Fotografie im Vordergrund steht.

3. Etwas Besonderes

Eigentlich ist mit dem Beherrschen von LKM meines Erachtens alles getan, um fotografisch Spitzenbilder zu erreichen. Aber manche Bilder haben da noch irgendetwas mehr. Etwas Besonderes, etwas Überraschendes. Es gibt sicherlich Methoden, dieses Besondere öfter vor die Kamer zu bekommen. Vielleicht hilft es sich vorzubereiten, zu warten und dann ein bisschen Glück zu haben.

Grundsätze guter Komposition in der Fotografie

Jetzt aber weg vom Glück und zum Erlernbaren. Leider ist es mit einmal erlernen nicht genug. Denn, sobald man die Grundsätze kennt, hilft nur Üben. Damit man aber richtig üben kann, sollte man wissen, auf was man denn bei der Bildkomposition achten kann:

  • Grundsätzlich ist für mich Komposition die Entscheidung, was in mein Bild soll und was nicht.
  • Weiters geht es um die Anordnung der Objekte in meinem Bild.

Man kann dabei „kreativ“ sein und alles anders und „verrückter“ machen, aber für mich geht es darum, das Einfache ästhetisch interessant zu machen.

  • Ich suche nach der Balance zwischen Ordnung und Langeweile. Meistens ist die Welt, auf die wir unsere Kamera richten chaotisch und überladen. Oft versuche ich daher Dinge wegzulassen und zu Ordnen. Konzentration erreiche ich durch das Weglassen von unnötigen Bildinhalten („groß drauf!“), langer Brennweite und offener Blende,
  • Ich nutze Symmetrie oder mir hilft die Drittelregel, mittels der ich bildwichtige Elemente nicht in der Mitte, sondern jeweils an den Grenzen der Drittel eines Bildes platziere.
  • Um die Dinge interessanter zu gestalten, verwende ich auch die Zehntelregel, d.h. das eigentliche Objekt füllt nur einen kleinen Teil des Bildes (eben ca. 1/10) aus. Meistens platziere ich es dafür in der unteren Bildmitte oder einer der Bildecken.

Natürlich kann ich mich nur für eine der beiden Varianten entscheiden: Groß drauf! oder Zehntelregel. Die Entscheidung fällt hier oft entlang der beiden Seiten: Will ich das Objekt isolieren oder möchte ich es im Kontext seiner Umgebung zeigen.

Nach diesen grundsätzlichen Überlegungen lohnt es sich folgende Punkte durchzugehen, bevor man abdrückt oder vielleicht auch bevor man das zweite, dritte, vierte Mal seine Kamera auslöst:

  • Wo muss der bildwichtigste Teil (z.B. Kopf) im Bild sein? Ich stelle mir hier einen Heiligenschein um den gesamten Kopf vor, dieser soll nicht durch unruhige Hintergrundelemente gestört werden.
  • Ecken und Bildkanten überprüfe ich besonders, um nicht Dinge „halb anzuschneiden“.
  • Wo ist der hellste Bereich in meinem Bild. Dort sieht das Auge am ehesten hin und ich möchte keine Störung durch helle Stellen.
  • Ich bin mir bewusst, dass Gesichter und insbesondere Augen in Bildern immer den Blick anziehen. Ist mir also etwas anderes im Bild besonders wichtig, lasse ich das Gesicht überhaupt weg.
  • Oft kann die Gestaltung des Bildes mit mehreren Ebenen die Komposition interessanter machen.
  • Ich versuche mir immer wieder bewusst zu machen, dass ich meinen Aufnahmewinkel interessanter gestalten kann, indem ich einfach in die Knie gehe der die Kamera über meinen Kopf halte.

Das Großartige an der Komposition ist, dass sie mir bei jeder Aufnahme IMMER zur Verfügung steht. Auch wenn ich keinen Einfluss auf Licht und das Geschehen haben sollte, nach guter Komposition zu streben, führt zu bessern Bildern.





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